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ayanea

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What Alice Forgot

What Alice Forgot - Liane Moriarty Was machst du, wenn dir 10 Jahre fehlen? Vergiss ihn nicht ist wirklich ein zauberhaftes Frauenbuch was völlig ohne Kitsch auskommt und dabei noch den Spagat zwischen Humor und ernsten Themen schafft. Es geht darin um Alice die nach einem Sturz die letzten gelebten 10 Jahre einfach vergessen hat. Sie fühlt sich, als wäre sie noch 29, zum ersten Mal schwanger und im Jahre 1998. Es ist aber schon 2008, sie ist Mutter dreier Kinder, lässt sich gerade von ihrer größten Liebe scheiden und überhaupt sind alle mehr oder weniger schlecht auf sie zu sprechen. Der Plot ist also denkbar einfach, hätte aber nicht schöner geschrieben werden können. Einige werden eventuell gerade den ersten Teil des Buches etwas zäh finden, weil sie sich sehr lange im Krankenhaus befindet und ewig das erste Treffen zwischen Nick (ihrem Noch-Mann) und Alice nicht zustanden kommt. Wer eine schmalzige Liebesgeschichte lesen möchte, ist bei diesem Buch definitiv falsch dran! Hier geht es mehr um die einzelnen Personen an sich. Wie konnte aus Alice die Alice werden, die sie im Jahre 2008 ist? Wieso haben sich ihre Mitmenschen so sehr geändert? Aufgelockert wird der ganze Roman mit Tagebucheinträgen, die von Elisabeth an ihren Psychiater gerichtet ist. Elisabeth ist für mich eine sehr interessante Person. Sie leidet unter Unfruchtbarkeit und wird immer verbitterter. Ich fand gerade diesen Teil der Geschichte sehr realistisch umgesetzt und habe mit der Schwester von Alice gelitten. Des Weiteren werden noch Blogeinträge von Frannie (sozusagen der Großmutter von Alice) präsentiert. Sie befindet sich schon im Altersheim und setzt sich mit dem Thema "Sterbehilfe" auseinander und ärgert sich fortan über Mr. X aufregt, der ihr das Leben schwer macht und die Einwohner der Seniorenresidenz auf Abwegen führt. Gerade diese Vielschichtigkeit des Romans hat es mir angetan und ich konnte gar nicht eher Ruhe geben, bis ich es zu Ende gelesen habe, um zu erfahren, ob Alice ihr Gedächtnis zurück erhält. Die Frage, was lässt einen Menschen zu dem werden, was er letztendlich geworden ist, die hinter diesem Roman steckt, hat mir sehr gut gefallen.Sowie deren Umsetzung. So regt es doch zum Nachdenken an und man fragt sich nach der Lektüre zwangsläufig wie man sich selbst finden würde, wenn man morgen aufwacht und gedanklich 10 Jahre zurück katapultiert wurde! Daher vergebe ich sehr gute 4,5 Sterne für „Vergiss ihn nicht“ und spreche eine eindeutige Leseempfehlung für alle die tiefgründige Frauenromane mögen aus.