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ayanea

Bookparadies

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Ghostbusters

Anna im blutroten Kleid  - Kendare Blake, Jürgen Langowski

Anna im blutroten Kleid ist eine schaurig schöne Geschichte, die mir zu Beginn äußerst zu gesagt hat, im letzten Drittel jedoch gewaltig an Charme verlor.

Hauptfigur ist der junge Cas, ein Geisterjäger der gemeinsam mit seiner Mutter und deren Katze (ich nannte sie im Geiste gerne Salem ^^) von Ort zu Ort zieht, um Poltergeister zu töten. Das heißt: tot sind die Geister ja schon, aber mit Hilfe eines Messers kann er ihren entgültigen Tod herbeiführen.

Das Buch beginnt auch gleich sehr vielversprechend, denn der Leser begleitet Cas sofort bei einen seiner Jobs. Ich war komplett gefangen von der Geschichte, von den Gruselelementen, die wirklich gut erzählt wurden und die ersten 200 Seiten flogen nur so dahin. Ich war bei gefühlten 5 Sternen.

Cas reist schließlich nach Thunder Bay um dort wohl den schlimmsten Poltergeist, dem ihm bisher untergekommen ist, zu eliminieren. Er legt sich mit Anna an, gekleidet in ein blutrotes Kleid. Nur irgendwie scheint einiges dieses Mal anders zu laufen, denn Anna ist viel stärker als alle Geister zu vor.

Die Geschichte rund um Anna und deren grauenhaften Schicksal wurde richtig gut erzählt. Das hatte Esprit, kurzum es war einfach spannend und gut. Auch die Nebenfiguren, die Cas im Laufe des Romans kennen lernt, waren alle sehr nett skizziert. Toll fand ich, dass einige Charaktere überhaupt nicht Klischeehaft gehandelt haben. So lernt er Carmel kennen, das beliebteste Mädchen an der Schule, die alsbald eine gute Freundin von ihm wird. Auch Thomas, ein Gedanken lesender Hexer war richtig zauberhaft und zum lieb haben.

Leider kippte diese gute Stimmung, die ich beim Lesen entwickelt habe, zum letzten Drittel einfach um. Woran das lag? Ich hatte das Gefühl als gäbe es im Buch einen Handlungsumbruch. Die erste Geschichte erzählt die rund um Anna (die ich laut Klappentext auch lesen wollte) und dann auf einmal ging es in meinen Augen um etwas völlig anderes und Anna wurde eher zu einer Nebenfigur. Das passte überhaupt nicht, das wollte ich nicht lesen. Mir ist auch jetzt einfach unklar, wieso die Autorin quasi zwei Geschichten nacheinander erzählt hat. So etwas hatte ich bisher auch noch nicht.

Das Ende des Romans lässt dann auch auf eine Fortsetzung hoffen, es ist ja auch der Auftakt zu einer Reihe. Dank der Figuren und der eigentlichen Idee des Romans könnte ich mir durchaus vorstellen auch zum zweiten Band zu greifen. Hoffen wir einfach das im zweiten Band eine Story kontinuierlich bis zum Ende erzählt wird.

Ich schwanke zwischen 3 und 4 Sternen, vergebe aber letzten Endes 3, einfach weil doch recht viel Potential verschenkt wurde.