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ayanea

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Ein Roman mit Sogwirkung

Lost in Seoul - Eine atemlose Liebe (German Edition) - anna ljubow

Nachdem ich eben Lost in Seoul beendet habe, fühlte ich mich als habe man mir einen ordentlichen Kinnhacken verpasst und ich konnte meine Empfindungen zu diesem Roman nicht so ganz in Worte fassen. Ich blieb nach dem Epilog sprachlos zurück, so nahm mich das Buch auf seinen 140 Seiten in einem wahrlichen Strudel immer weiter mit abwärts und ich kam nicht von ihm los.

Es geht darin um eine 36 Jährige Frau die ihrem Ehemann nach Korea nachreist, um dort zu wohnen. Schnell wird sie in die deutsche Community eingeführt, die aus hart arbeitenden Männern besteht und deren Ehefrauen, die sich zu Tode langweilen und ihren Alltag in Alkohol, Langweile und Drogen ertränken. Bald langweilt sich auch die Ich-Erzählerin, von der man im gesamten Roman nicht einmal den Namen erfährt. Als sie auf einer Party den Franzosen Clement kennen lernt, verfällt sie diesem immer mehr und beginnt ein Affäre- aus Leidenschaft geboren die beide nach und nach in den Abgrund stürzt.

Ich hätte nie gedacht, dass es einer Autorin gelingen kann auf nur 140 Seiten einen so gewaltigen, tief berührenden Roman zu schreiben. Aber Frau Ljubow hat es geschafft und ich kam nicht umhin mich zu fragen wie viel autobiographisches in ihm stecken mochte, so hat auch die Autorin ähnlich der Romanheldin mit ihrem Ehemann in Seoul gelebt. Diese Erfahrungen hinsichtlich des Lebens in Seoul, das Andersartig sein und das Gefühl einem völlig fremden Land gegenüber zu stehen und ja ausgeliefert zu sein, flossen sicherlich in diesem Roman mit hinein, weswegen er sehr authentisch wirkte. Oft musste ich beim Lesen auch an den Film Lost in Translation denken.

Auf den 140 Seiten passiert unglaublich viel. Zumindest hatte ich das Gefühl und mit wachsender Seitenzahl war die Leidenschaft und Anziehungskraft zwischen Clement und der Ich-Erzählerin immer greifbarer, immer verzweifelter und ich hatte das Gefühl als würden die Geschehnisse immer mehr an Tempo zunehmen. Wie gebannt hing ich an den kurzen, prägnanten Sätzen und war mehrmals schier fassungslos.

Aber das Ende, sprich der Epilog haben mich dann vollends erwischt. Aber im Nachhinein denke ich: es hätte wohl kein anderes Ende geben können, wobei die Hoffnung ja zuletzt stirbt....
Dieser Roman ist ob seiner Verzweiflung, seiner Grausamkeit einfach großartig. Man hat ihn wirklich sehr schnell gelesen und ich würde nun wirklich richtig gerne wissen: was davon ist Phantasie gewesen. Und was davon beruht auf Tatsachen? Klare Leseempfehlung für Lost in Seoul- du wirst dich in den Roman, den zwei Hauptfiguren und somit auch in Korea verlieren.