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ayanea

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Die Mechanik des Himmels

Die Mechanik des Himmels - Tom Bullough, Thomas Melle Lebensweg des "Erfinder" der Raumfahrt Ich gebe zu, von "Die Mechanik des Himmels" hatte ich mir doch etwas mehr erhofft. Wir begleiten in dem Buch Kostja Ziolkowski durch mehrere Etappen seines Lebens. Es ist der Sohn einer verarmten Adelsfamilie, erkrankt an Scharlach und ist nach überstandener Krankheit schwer hörig. Aber schon in jungen Jahren erfindet er Dinge, wie das Höhrrohr. Er begeistert sich für Mathematik und besonders die Sterne und das Weltraum haben es ihm angetan. Tom Bullough hat es geschafft einen unheimlich dichten, atmosphärischen Roman zu schreiben, der mitunter mit richtig schönen Satzkonstruktionen aufweisen kann. Dennoch hat er nicht immer den Spagat zwischen eindrucksvollen Schreiben und einer packenden Geschichte geschafft. Viel zu oft, fühlte ich mich gelangweilt vom Geschehen und somit natürlich vom Buch. Die Kapitel umfassen immer einen Monat in einem Jahr und in den 4 größeren Abschnitten vergehen immer mehrere Jahre ins Land. Die Figuren an sich wirkten mir mitunter eindeutig zu flach. Ich weiß bis jetzt noch nicht so recht wie Kostja aussieht. Nur sein Erfindungsdrang und seine Überlegungen zur Raumfahrt sind mir im Gedächtnis geblieben. Seine Eltern, seine Ehefrau die im Roman vorkommen sind eher nettes Beiwerk. Alles in allem kam mir zudem die "Mechanik des Himmels" viel zu kurz. Ich hätte mir viel mehr solcher Überlegungen, wie sie erst im letzten Drittel des Buches geschrieben wurden gewünscht. So bekommt man zunächst als Leser eher ein Gefühl für das frühe, ärmliche Russland. Was zwar auch dem einen oder anderen sehr interessant erscheinen mag, nur derjenige der sich das Buch zulegt, um wirklich mehr über die Mechanik oder des Erfinders zu lesen, der wird hier etwas enttäuscht. Ich gebe zu, ich war bei gefühlten 2 Sternen. Aber gerade die letzten 10 Seiten fand ich wieder so packend und irgendwie stimmig, dass ich mit dem gesamten Buch wieder versöhnt wurde und doch noch solide 3 Sterne geben kann. Ich hätte mir gern eine Fortsetzung dieser 10 Seiten gewünscht.