15 Followers
6 Following
ayanea

Bookparadies

Du öffnest die Bücher und sie öffnen dich!

Crossed

Crossed - Ally Condie Wenn die Flucht zur nimmer endenden Qual wird Was habe ich mich durch dieses Buch gekämpft. Gefühlte 10 Monate habe ich mich nun der Flucht gewidmet und fühlte mich am Ende wie vor dem Kopf geschlagen. So kam das Ende viel zu abrupt, ich war mental nicht vorbereitet, aber doch erleichtert als meine Qual ein Ende hatte. Aber fangen wir von vorne an. Die Flucht ist also nun der zweite Band der Cassia und Ky Trilogie. So konnte mich der erste Band "Die Auswahl" noch unglaublich begeistern, weil darin einfach alles stimmte: Handlung, neue Ideen, ein ganz besonderes Schriftbild, so wurde ich bitter, bitter, wirklich bitter enttäuscht von der Flucht. Es setzt eigentlich genau da ein wo der andere aufhört. Wo wir schon zum ersten Problem kommen. Ich weiß ja nicht wie es den anderen geht, bei mir war es jedoch schon ein Weilchen her, als ich den Vorgänger las und hätte doch die ein oder andere Wiederholung recht erfrischend gefunden. Aber meiner Meinung nach wurde ein zu ausgeprägtes Gedächtnis vorausgesetzt und es fiel mir zunächst sehr schwer in die Geschichte zu finden und mich wieder an alles zu erinnern. Das wurde dann zwar mit fortlaufender Handlung irgendwie besser, aber da gab’s genug andere Mängel die den Lesefluss trübten. Denn von einem "Lesefluss" kann ich keiner Sekunde sprechen. Die Handlung zieht sich ewig. Sie laufen die ganze Zeit nur durch die Gegend und ja, flüchten eben vor der Gesellschaft. Es wird kaum neues von der Gesellschaft an sich genannt, wobei natürlich auch die Spannung stark auf der Strecke blieb. Was sag ich, das würde ja voraussetzen es gab sie: die Spannung. Das war jedoch nicht so. Die Sicht ist abwechselnd aus Cassia und Ky beschrieben. Da haben wir das weitere Problem. Es ist immer ein schwieriger Akt als Autorin in der Ich-Perspektive zwei unterschiedliche Personen rüber zu bringen. Machen wir es kurz: die Autorin hat hier gnadenlos versagt. Würde nicht immer drüber stehen wer nun "spricht" würde einem das gar nicht auf fallen. Es war vielmehr so, dass ich sehr oft zurück blättern musste, um mich daran zu erinnern, aus welcher Sicht ich die Geschichte nun erlebe. Die Figuren scheinen keine Eigenheiten zu besitzen und wenn wurden sie nicht gut genug rüber gebracht. Die Nebencharaktere finde ich dabei noch das interessanteste der Geschichte. Sie bringen zwar keinen wirklich frischen Wind in die Sache, aber nun gut. Auch hier hätte mir eine detaillierte Charakterstudie etwas besser gefallen, aber zumindest war sie in Ansätzen vorhanden. Die mitunter eingestreute Posie konnte im ersten Band noch vollends überzeugen, so hat es einfach stimmig ins Bild gepasst, hier absolut nicht. Wirkte teilweise zu gewollt, zu konstruiert und einfach bar jeder Realität. Ich habe mich mehrmals (nach allen 10 Seiten) gefragt, ob ich das Buch weg legen sollte...ich weiß ganz ehrlich nicht, wieso ich durch gehalten habe. Bin ich masochistisch? Anscheinend, denn die Flucht war aus lauter Spesen nichts gewesen. Ein ganz typisches Beispiel mal wieder dafür das man aus einem guten Band nicht unbedingt eine Trilogie machen muss, nur um mehr Geld zu verdienen. Oftmals ist es ja so, dass der Mittelteil wirklich nur Lückenfüller ist und daher meist schwächer als der erste oder dritte Teil. Was dieser zweite Teil war weiß ich nicht, er kann in meinen Augen nicht mal mehr als Lückenfüller fungieren. Schlecht war er, ja! Eine herbe Enttäuschung. Bin ich froh, dass ich es nun hinter mir habe. Hallejuliah!