15 Followers
6 Following
ayanea

Bookparadies

Du öffnest die Bücher und sie öffnen dich!

Nathalie küsst: Roman

Nathalie küsst: Roman - David Foenkinos Und verwirrt auf poetischen Niveau Natalie küsst ist ein Roman der etwas anderen Art. Von vielen hoch um jubelt, wird die Geschichte dahinter sogar verfilmt. Hauptakteurin ist Natalie, eine Frau die aus heiterem Himmel ihrem Mann verliebt und in eine Lebenskrise stürzt. Nachdem sie nach einer Auszeit zurück auf Arbeit ist, muss sie sich gegen die Avancen ihres Chefs wehren und verdreht aus heiterem Himmel den Kopf von Markus und ihren eigenen, in dem sie ihn aus einer Spontanreaktion heraus küsst. Das außergewöhnlichste an diesem Buch ist wohl der Schreibstil des Autors. Mitunter grenzen die Sätze an reinste Poesie und man muss mehrmals inne halten, um sich die Sätze mehrmals durch zu lesen. Dabei geht keineswegs der Sinn verloren- mir hat dieser Schreibstil sehr gut gefallen. Mitunter werden die Abschnitte durch Songtexte, Wikipediaartikel, Sätze oder Zitate aus anderen Romanen untermauert. Auch das fand ich sehr gelungen, so passte es doch stimmig in die Grundstimmung des Buches. Dennoch hatte ich in dem Roman meine Schwierigkeiten mit den Hauptpersonen. Natalie ist sehr widersprüchlich. Sie ist so widersprüchlich das sie sich des Öfteren im Buch über sich selbst wundert. Man weiß als Leser nie woran man bei ihr ist, was als nächstes kommt. Das mag einerseits für Spannung sorgen, andererseits verhindert es, dass man sich als Leser mit der Hauptfigur identifizieren kann. So liest man von dieser Person und bleibt dabei total emotionslos, was bei einem Liebesroman meiner Meinung nach nicht der Fall sein sollte. Auch ihr Gegenpart Markus wirkt sehr surreal. Er scheint wirklich hässlich und unscheinbar zu sein, hat das Herz aber auf dem rechten Fleck. Er weint ungeheuerlich viel und jeder, auch der Leser fragt sich, was Natalie nun an Markus finden mag. Auch er streut mitunter komische Sätze ein, die beim Leser nicht mehr als ein Stirnrunzeln hinterlassen. Alle diese Punkte ließen mich letzten Endes, obwohl ich zwischen 3 und 4 Sternen hin und her gerissen war, doch zu 3 Sternen tendieren. Der ein oder andere wird sicherlich dieses Buch lieben, ich konnte zeitweilen damit leider nicht viel anfangen. Mein Fazit daher: Man kann es mal lesen, muss es aber nicht wirklich. Zumindest sollte man nicht das erwarten, was die Klappentexte so anpreisen- das kann nach hinten losgehen.