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ayanea

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Die Rebellion der Maddie Freeman

Die Rebellion der Maddie Freeman - Katie Kacvinsky, Ulrike Nolte Wo war die Rebellion?/// Ich gebe zu, dieses Buch habe ich nur aufgrund des wirklich gut gemachten Buchtrailers gelesen. Hätte ich mal lieber den vielen negativen Rezensionen Glauben geschenkt, dann hätte ich mir langweilige 367 Seiten sparen können. Dabei ist die Idee hinter diesem Roman gar nicht so schlecht. Wir schreiben das Jahr 2060, die Welt wie wir sie kennen existiert nicht mehr. Das Leben und die Interaktionen untereinander finden nur noch online statt- kaum einer geht mehr auf die Straße. Hauptfigur ist die junge Maddie Freeman, die sich wie alle anderen auch nur hinter ihren Onlineprofilen versteckt. Eines Tages lernt sie in einer Online-Lerngruppe Justin kennen- einen Rebell wie er im Buch steht. Er bringt Maddie dazu ihre Welt mit anderen Augen zu sehen und animiert sie dazu sich gegen ihren Vater und das System zu stellen. Das Grundrezept für eine erstklassige Dystopie ist also mit dieser Idee gemacht. Nur die Umsetzung und so ziemlich der gesamte Rest verhindern das diese Dystopie in meinen Augen wirklich gut ist. Fangen wir mit Maddie, der Hauptprotagonistin an. Wenn ich den Buchtitel lese, dann erwarte ich eigentlich ein taffes Mädchen mit einer rebellischen Ader und Ecken und Kanten. Weit gefehlt. Maddie ist sehr blass, Kantenlos, eine Mitläuferin wie sie im Buche steht. Ich wurde nicht eine Sekunde warm mit ihr. Im Gegenteil, sie hat mich genervt. Justin ist viel mehr der Rebell, den ich in Maddie sehen wollte. Er ist eigentlich die interessanteste Figur in diesem Buch. Einige Sätze, die aus seinem Munde quellen beinhalten überraschend viel Tiefgang, andere Sätze...nun, lassen wir das. Das sich eine Liebesgeschichte zwischen Maddie und Justin entwickelt ist klar. Diese wird auch, wie es heutzutage in vielen Jugendbüchern der Fall ist gewohnt zügig vorangetrieben und bleibt dadurch sehr oberflächlich. Ich fand es eher immer sehr schlimm, wenn Maddie sich quasi Justin immer an den Hals geworfen hatte, obwohl dieser nur negative Signale ausgesendet hat. Ganz ehrlich, das macht eigentlich keiner, der zum ersten Mal richtig verliebt ist. Einige Satzphrasen und Liebeleien wie „Ich liebe deine Fingernägel“ – (ja ne, ist klar) oder „Als ich Justins Tür öffnete Strich seine Energie wie ein Windstoß über meine Haut (geht es noch dramatischer, oder kitschiger?) ließen mir die Zehennägel hoch kräuseln. Ja klar, die erste Jugendliebe ist wundervoll, aber selbst diese hat in der Realität mehr Niveau als sie hier beschrieben wurde! Ein anderes großes Manko für mich an diesem Buch waren auch die Nebencharaktere, die auch mehr als blass blieben. Allen voran das Verhältnis von Maddie zu ihrem Vater bzw. Eltern. So ganz klar, warum Maddie so schlecht auf ihren Vater zu sprechen ist, ist und bleibt für mich trotz Erklärungsversuche unklar. Generell war mir der gesamte Plot viel zu lieblos abgewickelt. Mir kam es eher so vor, als wolle die Autorin schnell ein loses Konstrukt zusammen zimmern, um sich ganz der Liebesgeschichte der beiden Teenager widmen. So macht die Handlung Seitenweise (die sich teilweise über 100 Seiten ziehen) keinen wirklichen Fortschritt und ich musste mich regelrecht zum weiter lesen zwingen. Kann durchaus sein, das der ein oder andere durchaus Gefallen an dieser Dystopie finden wird, meines war es so gar nicht. Daher vergebe ich 2 Sterne und verweise noch mal auf den englischen Titel „Awaken“ der umso vieles besser passen würde.