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ayanea

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The Diplomat's Wife

The Diplomat's Wife - Pam Jenoff Wenn das Schicksal gegen einen ist Die Frau des Diplomaten ist einfach ein richtig schöner Roman. Die Jüdin Marta wird aus dem KZ von einem englischen Soldaten befreit und es bahnt sich für sie eine glücklichere Zukunft an. Aber das Schicksal hat sich gegen die beiden verschworen, denn aus dem Wiedertreffen in London wird nichts, da das Flugzeug über dem Ärmelkanal abstürzt. Allein, voller Liebeskummer und schwanger willigt sie ein und heiratet den Diplomaten Simon und wird zudem seine Sekretärin im Außenministerium. Als die Regierung mit bekommt, dass sich ein Spion in ihren Reihen befindet, wird ausgerechnet Marta auf Mission geschickt, um sich mit einem Informanten zu treffen, den nur sie kennt. Ich muss gestehen, als ich den Klappentext gelesen habe, hatte ich irgendwie etwas anderes erwartet. So ziehen doch sehr viele Seiten ins Land und es handelt immer noch von der Liebesgeschichte zwischen Marta und Paul, dem englischen Soldat. Da ich dachte, dass der Leser dahin gebracht werden soll, dass er Simon mehr mögen soll, wollte ich mich für Paul nicht erwärmen, so stand sein Tod doch schon auf dem Klappentext fest. Aber die Autorin hat das erste Zusammentreffen und die ersten Annäherungsversuche so schön geschrieben, dass ich mich einfach nicht gegen die Sympathie für dieses Liebespaar erwehren konnte. Und so war ich doch so unendlich traurig, als es dann so kam wie es kommen musste. Ebenso wie die Hauptfigur. Man konnte sich einfach zu jeder Sekunde sehr gut mit ihr identifizieren. Die Zeit in der das Buch spielt ist zudem keine leichte. 1945- kurz nach Kriegsende, auch hier hat die Autorin wieder bestens bewiesen, dass sie dem Leser so eine ernste Szenerie so leicht vermitteln konnte. Sehr gut haben mir die Gefühlsregungen von Marta gefallen, die sich sehr schnell wandelten. So hat sie (zurecht) Hass auf die deutschen empfunden, die ihresgleichen gejagt und getötet haben, empfand aber auch wieder Mitleid mit ihnen, als sie sah, dass sie ebenso leiden mussten. Normalerweise lese ich nicht gerne Bücher die in dieser Zeit spielen, ich bin froh, dass ich hier eine Ausnahme gemacht habe. Eigentlich ist "Die Frau des Diplomaten" der Fortsetzungsroman von "Der Kommandant und das Mädchen". Ich wusste dies aber nicht vorher und habe den Roman ohne jegliches Vorwissen gelesen- das ist aber auch nicht weiter schlimm, so werden manche Figuren und Begebenheiten nochmal erklärt, weswegen sich dieser Roman völlig unabhängig vom ersten lesen lies. Ich schwanke bei diesem Buch zwischen 4 und 5 Sternen. 4 Sterne, weil ich das Ende dann doch etwas überzogen fand und mir schwer vorstellen konnte, wie so etwas möglich sein sollte, habe mich aber letzten Endes doch für gerechte 5 Sterne entschieden, weil ich das Buch zu klappte und dachte: ach war das ein schöner Roman. Und ehrt so eine Gefühlsregung nicht ein fantastisches Buch aus?