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ayanea

Bookparadies

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Jpod

JPod - Douglas Coupland Gibt es ein schrägeres Buch? Dies war mein erstes Buch von Douglas Coupland und ich wusste im Vorfeld echt nicht worauf ich mich einlassen würde. Es geht darin um PC-Spiel-Entwickler die in einem sogenannten JPod arbeiten. Jeder ist dabei schrulliger als der andere. Die Hauptfigur Ethan, aus deren Sicht auch alles beschrieben ist, gerät von einer verzwickten Situation zur nächsten. So verzwickt, dass der Leser es im Vorfeld nicht kommen sieht und quasi verbal eins mit der Bratpfanne übergezogen bekommt. Ich fühlte mich oftmals überrumpelt von den Geschehnissen- aber in einer sehr positiven Weise. Des Öfteren musste ich mich fragen, wie der Autor denn auf solch abstruse und skurrile Ideen kommen kann? Begleitet wurde der Text durch viele kleine Kommentare, Vermerke und Zwischensequenzen. Allein die Zwischensequenzen beinhalteten so viel Wahres, dass es eine Freude war sie zu lesen. Die Nebenfiguren sind auch sehr eigen und mitunter etwas stark überzeichnet. Allen voran die Mutter von Ethan- mein Lieblingscharakter in diesem Buch. Sie ist eine liebevolle Mutter und toughe Schuldeneintreiberin zu gleich- da bleibt schon mal die eine oder andere Leiche auf der Strecke und Ethan ist mitten drin und ist die helfende Hand. Es gibt in diesem Buch so unglaublich viele Charaktere, die alle eine andere schrullige Macke haben. Da wäre der eine Kollege, der sich gerne mit essbaren Dingen umgibt. Ein anderer der sich stets mit Hustensaft zu dröhnt und dann ist da noch Kaitlin. Die Neue im JPod, die sich noch nicht so recht damit abgefunden hat, da nie mehr heraus zu kommen. Denn einmal im JPod drin, gibt es kein Entkommen. Viele, die schon Bücher von Coupland gelesen haben, sagen es wäre eines seiner schlechteren. Ich kann dies nicht beurteilen, so war dies mein erster Roman. Fest steht es war nicht mein letzter. Denn ich kann mit Recht behaupten, ich habe nie ein vergleichbares Buch bisher gelesen. Coupland hat seinen ganz eigenen Stil, so ist es auch nicht verwunderlich, dass der Autor als Figur höchst selbst im Roman auftritt und ins Geschehen eingreift. Der Einzige negative Kritikpunkt dieses an sonstigen wundervollen Romans ist, dass ich einen roten Faden vermisst habe. So stolpert Ethan von einer Begebenheit zur nächsten ohne, dass der Leser einen abgerundeten Sinn dahinter erkennen kann. Schade eigentlich, so kostete es das Buch einen Stern. Ich hätte gerne 5 gegeben, weil es sicherlich noch lange in meinem Gedächtnis bleiben wird. Ich empfehle es jeden der mal ein ganz andersartigen Roman lesen möchte, denn dies ist echt ein Leseerlebnis.